In vier Tagen zu „neuen“ Zähnen – Reisebericht Teil 2

Veröffentlicht am 15. Januar 2010 von Andrea Beneke | Kategorie: Berichte

Ein Reisebericht meines Mannes Wilfried Beneke

Am Mittwoch den 16.12.2009 wurden wir nach einem reichhaltigen Frühstück und erster Erkundung von See und Promenade um 11 Uhr abgeholt – zur Zahnklinik. Wir hätten auch laufen können, denn die Klinik ist im Ort.
Nach der Begrüßung wurde erst mal eine 3-D Aufnahme meiner Zähne gemacht und mit dieser Grundlage wurde ca. 1 Stunde mit dem Leiter der Klinik über meine bisherigen Erfahrungen, die Empfehlungen mehrere deutscher Zahnärzte, Möglichkeiten, Kosten und seinen Empfehlungen diskutiert.
In dieser Stunde habe ich mehr über meine Zähne und über das deutsche Gesundheitssystem erfahren, als in meinem ganzen Leben. Nur hatte ich auch noch nie eine Stunde mit meinen Zahnärzten über Zähne gesprochen (mehr über Golf).
Danach glaube ich zu wissen, warum ich noch nie ganzheitlich über meine Zähne, Folgen, Entwicklungen, Möglichkeiten, usw. beraten wurde.
Nach dieser Beratung saß ich – entgegen unserer Planung – am selben Tag um 14 Uhr auf dem Behandlungsstuhl in der Zahnarztklinik am Plattensee in Ungarn.
Die Entscheidung war mir nicht leicht gefallen. Bisher hatten Zahnärzte immer nur an einzelnen meiner Zähne gebohrt und geschliffen und immer nur wenn es weh tat. Vorsorglich Zähne schützen, und dann noch alle auf einmal, das war für mich neu. Aber meine Zähne wurden nach 60 Jahren erkennbar nicht besser. Die Argumente und Erklärungen des Leiters der Zahnklinik waren jedoch so einleuchtend und nachvollziehbar, dass ich die unangenehme Prozedur des Abschleifens meiner „guten“ Zähne gestattete.
Das ungute Gefühl wurde nach wenigen Minuten durch die vollendeten Tatsachen abgelöst. Das rundum Abschleifen aller Zähne ist zwar schmerzfrei (durch mehrere Betäubungsspritzen) aber sehr unangenehm durch das entstehende Geräusch. Nachahmern empfehle ich dringend einen Walkman mitzunehmen und Musik oder eine interessante Story zu hören. Angstpatienten erhalten vorher Beruhigungsmittel. Für mich war, nach der schwierigen Entscheidung, kein Beruhigungsmittel mehr erforderlich. Trotz der schmerzfreien Behandlung ist diese Abschleifen das Schlimmste. Ich bin sehr froh das alle Zähne innerhalb von 2 – 3 Stunden abgeschliffen wurden.
Eine verblüffend einfache Angelegenheit war die Verankerung eines Implantates. Nach kurzem Vorbohren direkt in den Kieferknochen wurde eine Schraube sehr kraftvoll in den Kiefer gedreht. Ich habe echt gespürt dass dieses Implantat sehr fest in stabilem Knochen verankert wurde. In Deutschland hatten mir mehrere Ärzte eine Operation (aufschneiden des Kiefers an der schwächsten Stelle mit anschließendem Knochenaufbau) als einzige Möglichkeit empfohlen. Diese langwierige Operation mit einem ungewissen Erfolg lehnte der ungarische Arzt für einen 66 jährigen ab. „Die schwächste Stelle Ihres Kiefers werde ich nicht aufschneiden und damit weiter schwächen. Erst nach Monaten können wir feststellen ob der künstliche Knochenaufbau bei Ihnen eine Verbesserung oder eine Schwächung bewirkt hat.“ Wir setzen das Implantat an einer anderen Stelle, da wo der Knochen stabil ist und überbrücken die schwache Stelle. Danach wurde ein Provisorium (künstliches Gebiss), welches zwischenzeitlich angefertigt war, eingesetzt und ich konnte zurück ins Hotel laufen.
Das Abendessen war etwas mühsam, insbesondere bei Wechsel von warm zu kalt spürte ich doch deutlich dass meine echten Zähne noch vorhanden waren.
Am Donnerstag den 17.12.2009 war ich lediglich 10 Minuten in der Klinik. Die Zähne bzw. die Wunden des Zahnfleischs wurden mit Laser und Medikamenten behandelt (schmerzfrei).

Like this Article? Share it!

Über die Autorin

Ich schildere Ihnen gerne meine positiven Erfahrungen mit Implantaten und Zahnersatz im Ausland. Rufen Sie mich an: (02242) 93 59 943

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *